Abfluss Wasser

Wie wird häusliches Abwasser entsorgt?

Im generellen gilt in ganz Deutschland eine Anschlusspflicht häuslichen Abwassers an das öffentliche Kanalisationssystem. Die Abwasserverbände der Gemeinden und Städte unterliegen der Abwasserbeseitigungspflicht. Wenn der Anschluss an die Kanalisation technisch problematisch oder zu kostenaufwendig ist und das Allgemeinwohl nicht gefährdet ist, können die Verbände Grundstückseigentümer zur Abwasserbeseitigung verpflichten. In diesem Fall ist meist die Installation und der Betrieb einer Kleinkläranlage erforderlich. Diese Abwasserbehandlungsanlagen müssen, laut DIN 4261 und DIN EN 12566, eine Schmutzwassermenge von 8 m³ pro Tag reinigen können.

Entsorgung durch Kleinkläranlagen

In Deutschland sind circa vier Millionen Menschen an eine solche Kleinkläranlagen bzw. kleine Kläranlagen angeschlossen. Das dezentrale Wassermanagement der Kleinkläranlagen ist primär darauf ausgelegt, standarisierte, rechtlich fixierte Leitparameter, wie Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor unter einen umweltverträglichen Schwellenwert zu senken.

Weitere Leitparameter für den mechanisch-biologischen Klärprozess orientieren sich an den Qualitätsanforderungen für die Abwasserverwendung. Diese Qualitätsanforderungen (z. B. Grenzwerte für Fäkalindikatorbakterien) leiten sich regelmäßig aus bundeslandspezifischen oder anderen Normen und Rechtsvorschriften ab. So wird, exemplarisch, seit dem Jahr 2005 in Deutschland die Zusatzklasse + H nach den Grundsätzen des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) vergeben, wenn der Kläranlagenablauf weniger als 100 Fäkalcoliforme pro 100 ml enthält.

Mikroverunreinigungen im Abwasser

Allerdings enthält häusliches Abwasser selbst nach mechanisch-biologischer Reinigung und zusätzlicher Hygienisierung weiterhin eine zunehmende Anzahl umweltrelevanter Mikroverunreinigungen.

Ohne eine erweiterte Abwasserbehandlung gelangen diese Mikroverunreinigungen sowie deren Transformations- und Abbauprodukte durch den Kläranlagenablauf ungehindert in umliegende Oberflächengewässer oder in den Brauchwasserkreislauf[1]. Die Auswirkungen dieser Stoffe auf Flora und Fauna sind schon jetzt dramatisch.

Weitere Informationen zum mechanisch-biologischen Klärprozess finden Sie hier.