Was passiert mit Viren wie SARS-CoV-2 im häuslichen Abwasser?​

Viren wie das SARS-CoV-2 gelangen gerade in diesen Tagen in hohen Konzentrationen durch die menschlichen Ausscheidungen in das häusliche Abwasser.

Derzeit gibt es noch keine repräsentativen Studien, die das Verhalten von SARS-CoV-2 im Abwasser genauer untersucht haben. Die chemische Struktur und Morphologie des SARS-CoV-2 ist denen anderer Coronaviren sehr ähnlich. Dafür liegen bereits Daten sowohl zum Überleben in der Umwelt als auch zu wirksamen Inaktivierungsmaßnahmen vor. Die WHO empfiehlt daher, sich an dieser Datenlage zu orientieren(1).

Das SARS-CoV-2 ist ein umhülltes Virus mit einer zerbrechlichen Außenmembran. Die Überlebenszeit hängt von einer Reihe von Faktoren wie Wasserbeschaffenheit, dem pH-Wert oder der Temperatur ab. Laboruntersuchungen an Coronaviren zeigten, dass diese im häuslichem Abwasser tagelang bis wochenlang infektiös bleiben können(2).

In der dezentralen Abwasserbehandlung gelangen die Viren direkt, binnen weniger Minuten durch den häuslichen Abwasserstrom in eine Kleinkläranlage. Dort wird während der biologischen Abwasserbehandlung ein großer Anteil der Coronaviren, genau wie andere Viren und Bakterien, insbesondere durch Adsorption und Aufnahme durch Mikroorganismen aus dem Abwasser entfernt (3,4). Ein relevanter Anteil verbleibt allerdings auch nach dieser Behandlung im Abwasser. Um das biologisch behandelte Abwasser einer Kleinkläranlagen von Viren und Bakterien zu befreien, ist eine erweitere Abwasserreinigung daher sehr sinnvoll. Stand der Technik sind beispielsweise Kleinkläranlagen mit einer nachgeschalteten UV-Desinfektion. In einer Studie konnte gezeigt werden, dass Coronaviren gegenüber Entkeimung mit ultraviolettem (UV) Licht sehr empfindlich sind (5). Die umhüllten Coronaviren sind von einer nicht robusten Lipid-Wirtszellmembran umgeben, wodurch sie empfindlicher gegenüber Desinfektionsprozessen sind als viele andere Viren wie beispielsweise Coxsackieviren, die eine Proteinhülle aufweisen.

Erfahre mir über die Entkeimung mittels UV-Strahlung – hier.